L‘imagination assez pleine et assez étendue 

pour embrasser l‘univers comme une ville.*

(Montaigne)


Die Komplexität unserer Welt hat offenbar zugenommen seit Montaigne dies sagen konnte. Heute wird eine verkapselte Wohnanlage im Schönberger Norden zu einem Kosmos erklärt, dem sich die Künstler Christine Weber, Evol, Alekos Hofstetter,  Robert Sokol und Julian Vogel mit ihrer Vorstellungskraft auf unterschiedliche Weise nähern. Bei dem Wohnkomplex Pallasseum handelt es sich ja immerhin um eine veritable Kleinstadt mit deutlich über 2000 Bewohnern und damit befindet sich das Gebäude in einer Liga mit Ortrand, Oberwiesenthal oder Meyenburg.


Die Zwitschermaschine ist eine Ermöglichungsfläche, ein offener Raum für die Kommunikation und Interaktion von Kunst und Gesellschaft. Es geht um neue Formen der sozialen Interaktion, die private und öffentliche Räume zu einer relationalen Struktur verbinden, um einen Beitrag zur Überwindung der Atomisierung des urbanen Lebens zu leisten.


Wie wunderbar wäre es da, wenn KOSMOS PALLASSEUM als Kooperation von Architekten, Autoren, Kuratoren und bildenden Künstlern den Mut unserer Stadtplaner befeuerte, sich den ursprünglichen Planungen des Architekten Jürgen Sawade erneut zuzuwenden und die Anlage in seinem Sinne als einen öffentlichen und einen Transitraum zu gestalten. 

Der Nordhof wird zum städtischen Begegnungsort und das Promenadendeck, das jetzt brach liegt und ratlos mit Blick auf Hochbunker und die nurmehr zweispurige Pallasstraße abbricht, ist dann begrünt; überbrückt und umwegt Straße und Bunker, um uns ruhigen und sicheren Fußes in den nahgelegenen Kleistpark zu führen.

Eine schöne Vorstellung, voller Kraft.


Stephan Kruhl




*Eine Vorstellungskraft, voll und weit genug, 

um das Universum wie eine einzelne Stadt zu umspannen.